WM 2017: Auftakt der DTTB-Damen bei Heim-WM gelungen

Erster Auftritt für die deutschen Athleten bei der LIEBHERR WM in Düsseldorf: Alle drei Damen-Doppel darunter die Europameisterinnen von 2013 Petrissa Solja/Sabine Winter erreichten die zweite Runde. Zudem stehen die gemischten Doppel Solja/Fang Bo und Silbereisen/Mengel im Achtelfinale.

Liebherr Tischtennis-WM 2017: Nina Mittelham und Kristin Silbereisen, Deutschland | Damen Tischtennis-Bundesliga ©Holger Straede

Nina Mittelham/Kristin Silbereisen stehen in der 2. Runde (Foto: Holger Straede)

Alle drei Damen-Doppel weiter

Perfekte Ausbeute im Damen-Doppel: Alle drei Duos haben die zweite Runde erreicht. Die Europameisterinnen von 2013, Sabine Winter und Petrissa Solja, gaben sich gegen die Iranerinnen Mahshid Ashtari/Saba Safari keine Blöße. Winter war erstaunt über die Atmoshäre. „Ich war überrascht, wie viele Leute in der Halle waren für die erste Runde. Das hat gepusht. Ich hoffe, dass ich noch im Wettbewerb bin, wenn die Halle richtig voll ist“, sagte Winter. In der zweiten Runde geht es am Mittwoch (18 Uhr) gegen die Luxemburgerinnen Sarah de Nutte/Ni Xia Lian.

Erfolgreich lief der WM-Auftakt auch für Kristin Silbereisen und Nina Mittelham, die sich gegen Chiara Colantoni/Debora Vivarelli aus Italien in fünf Sätzen durchsetzten. „Ich habe die ganze Nacht schlecht geschlafen und war froh, dass es dann heute endlich losging. Es war gut eine erfahrene Spielerin wie Kristin an seiner Seite zu haben, die schon ein Spiel im Turnier gemacht hat und Ruhe ausstrahlen kann“, sagte die 20-Jährige Mittelham, für die es nach Suzhou 2015 und Kuala Lumpur 2016 die dritte WM ist. Die nächsten Gegnerinnen für Mittelham/Silbereisen sind am Montag Sofia Polcanova/Zhang Mo (Österreich/Kanada)

Erleichterung und Freude herrschte bei den WM-Debütantinnen Chantal Mantz und Yuan Wan, die hauchdünn den Sprung in die zweite Doppel-Runde schafften. Die Deutschen Meisterinnen von 2016 behielten im siebten Satz gegen die Spanier Sara Ramirez/Zhang Xuan die Nerven. Mitte des Entscheidungssatzes hatten die beiden 20-jährigen noch zurückgelegen. Chantal Mantz sagte: „Die Nervosität im ersten Spiel vor heimischen Publikum bei der WM im eigenen Land war größer als gedacht. Mit Glück haben wir die zweite Runde erreicht.“ Dort geht es gegen die japanischen Favoritinnen Miu Hirano/Kasumi Ishikawa.

Zwei von drei Mixed stehen im Achtelfinale

Zwei Siege fehlen Petrissa Solja und Fang Bo (China) noch zum Gewinn einer Medaille. Doch soweit denkt die Linkshänderin aktuell noch nicht. „Ich schaue nur von Runde zu Runde“, sagt die 23-Jährige sichtlich erleichtert. Nach dem 4:3-Arbeitssieg zum Auftakt gegen Lily Zhang/Kunal Chodri (USA) steigerte sich die deutsch-chinesische Kombination und blieb gegen Bernadette Szocs/Ovidiu Ionescu aus Rumänien ohne Satzverlust. „Wir haben in unserer zweiten Partie fast keine eigenen Fehler gemacht“, freute sich Solja und verschwieg nicht, „dass Fang Bo und ich zum Auftakt ein paar Punkte haben liegen lassen. Hinzu kam, dass ich zu Beginn schon ein wenig nervös war.“ 

Liebherr Tischtennis-WM 2017: Fang Bo, CHN and Petrissa Solja, GER | Damen Tischtennis-Bundesliga ©Holger Straede

Auf Anhieb ins Achtelfinale: Petrissa Solja und Fang Bo starten erfolgreich in Mixed-Wettbewerb (Foto: Holger Straede)

In der Runde der letzten 16 stehen auch Kristin Silbereisen und Steffen Mengel. Nach einem 4:2-Arbeitssieg über die Chilenen Judith Morales und Gustavo Gomez steigerte sich das deutsche Duo in der zweiten Runde gegen die indische Kombination Madhurika Patkar/Harmeet Desai deutlich. Allerdings lagen Silbereisen/Mengel mit 0:2 hinten. Die Gegner haben sehr aggressive Rückschläge gespielt, damit mussten wir erst klarkommen. Wichtig war, den dritten Satz knapp zu gewinnen, sonst hätten wir wohl verloren“, sagte die Deutsche Meisterin Kristin Silbereisen. „Wir haben besser gespielt als im ersten Doppel, die Laufwege waren deutlich besser als im Training.“ Eine weitere Steigerung ist übermorgen im Achtelfinale nötig, wenn es gegen Chen Chien-An und Cheng I-Ching aus Taiwan geht.

Enttäuscht waren Sabine Winter und Benedikt Duda nach ihrer 3:4-Niederlage und einigen vergebenen Möglichkeiten gegen die Belgier Lisa Lung/Cedric Nuytinck. Die deutsche Links-Recht-Kombination hatte mit 2:0 geführt, eher drei Durchgänge mit 10:12 verloren gingen. Auch im entscheidenden siebten Satz fehlte ein Quäntchen. „Das ist extrem schade, zumal wir im dritten und vierten Satz unsere Chancen nicht genutzt haben. Ich hätte gerne am Abend noch in der Haupthalle weitergespielt“, erklärte Winter. Mixed-Partner Benedikt Duda erklärte: „Wir hätten das Spiel eigentlich 4:0 gewinnen müssen. Im dritten und vierten Satz führen wir 7:4, haben Satzbälle, verlieren dann jeweils 10:12. Vielleicht hätten wir da unser Time-Out nehmen sollen. Bei einer 3:1-Führung hätten wir nicht verloren“, so der Bergneustädter, für den die WM bereits vorbei ist. „Ich werde jetzt wieder ganz normal ins Training einsteigen und mich auf die Japan Open in der nächsten Woche vorbereiten.“

Einzel-Konkurrenzen beginnen am Mittwoch – DTTB-Damen hoffen auf lautstarke Unterstützung der Zuschauer

Nachdem am Dienstag die Damen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) bei den LIEBHERR Weltmeisterschaften in den Düsseldorfer Messehallen im Doppel sowie Mixed gefordert waren, stehen am Mittwoch die Einzel-Konkurrenzen auf dem Programm.

Petrissa Solja misst sich in der ersten Runde mit Wu Yue (USA). „Es wird das erste Duell zwischen uns sein. Die Stimmung heute war schon super und ich hoffe, dass mich die Zuschauer auch morgen wieder so lautstark unterstützen werden“, sagte die 23-Jährige und verriet ihre Zielsetzung: „Ich möchte so lange wie möglich im Turnier bleiben.“ Sabine Winter bekommt es zum Auftakt mit der Kroatin Mateja Jeger zu tun, die im Trikot des TSV Schwabhausen die Zweitliga-Meisterschaft gewann. Ebenso wie Winter befindet sich auch Kristin Silbereisen gegen Charlotte Carey (Wales) in der Favoritenrolle. Schwere Aufgaben warten auf Nina Mittelham, Chantal Mantz und Yuan Wan. Mittelham steht der international für Spanien spielende Maria Xiao gegenüber. „Wir haben häufiger in Düsseldorf zusammen trainiert und auch schon im Wettkampf gegeneinander gespielt“, erzählt Nina Mittelham. „Ich rechne mir durchaus was aus.“ Wan bekommt es mit Galia Dvorak (ebenfalls Spanien) zu tun und Mantz steht sich Adina Diaconu aus Rumänien gegenüber.

AGM wählt den ITTF-Präsidenten

Außerhalb des Sportlichen steht am Mittwoch beim Annual General Meeting, der Vollversammlung des Weltverbandes ITTF, die Sportpolitik auf dem Programm. Entschieden wird unter anderem darum, wer von 2017 bis 2021 an der Spitze des Weltverbandes stehen wird. Zur Wahl stehen der ehemalige DTTB-Präsident und amtierende ITTF-Präsident Thomas Weikert (Limburg) sowie sein Herausforderer, der Belgier Jean-Michel Saive.

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