Team-EM: Bundesliga-Asse mit Licht und Schatten

Die Mannschafts-Europameisterschaft in Luxemburg hat für die acht Teilnehmer aus der Damen Tischtennis-Bundesliga durchwachsene Ergebnisse gebracht. Auf dem Papier bedeutet dabei die Silbermedaille für Shan Xiaona (ttc berlin eastside), Nina Mittelham (TuS Bad Driburg), Sabine Winter (SV DJK Kolbermoor) und Yuan Wan (TTG Bingen/Münster-Sarmsheim) mit der deutschen Nationalmannschaft das beste Ergebnis, doch dürfte bei dem Quartett angesichts der ursprünglichen Titelambitionen kurz nach der 2:3-Endspielniederlage gegen Rumänien noch Enttäuschung das vorherrschende Gefühl gewesen sein.

Nina Mittelham, Deutschland | Damen Tischtennis-Bundesliga

Die erste EM-Teilnahme von Nina Mittelham kann sich sehen lassen (Foto: ITTF | fb.com/ittfworld)

Das internationale Bundesliga-Quartett musste im Großherzogtum teilweise ebenfalls Dämpfer verkraften. Ex-Europameisterin Liu Jia (Kolbermoor) verpasste mit Österreichs Mannschaft im Viertelfinale ebenso entgegen vorheriger Zielsetzungen eine Medaille wie Shans Berliner Klubkollegin Georgina Pota mit Ungarn. Unerfüllt blieben auch die Hoffnungen von Wans Mannschaftskameradin Hana Matelova auf einen Einzug ihres tschechischen Teams in die Runde der besten Acht, während Mittelhams Mitspielerin Sarah de Nutte mit Gastgeber Luxemburg auf Rang elf ein einigermaßen achtbares Resultat erzielte.

Besonders Mittelham aber kann nach Verarbeitung der ersten Niedergeschlagenheit nach der Final-Enttäuschung ihr EM-Debüt persönlich als weitgehend gelungen verbuchen. Bei vier Einsätzen in den ersten vier Spielen des deutschen Teams auf dem Weg ins Halbfinale blieb die 20-Jährige ungeschlagen und musste erst in den beiden entscheidenden Spielen unter sichtbar höherem Druck Niederlagen zum Teil auch gegen tiefer einzustufende Gegnerinnen quittieren.

Erfolgreichste Spielerin in der Mannschaft von Bundestrainerin Jie Schöpp war Shan. Die 34-jährige glänzte mit einer 6:1-Bilanz und holte dabei auch die beiden Punkte im Finale. Doppel-Europameisterin Sabine Winter kam nach ihrer Blinddarm-Operation im vergangenen Monat nur zum rein statistisch relevanten Vorrunden-Abschluss gegen Kroatien zum Einsatz und ging mit jeweils einer Niederlage und einem Sieg wieder aus der Box. In der gleichen Begegnung gestaltete auch EM-Neuling Wan ihr einziges Match erfolgreich.

Von den übrigen vier Bundesliga-Stars in Luxemburg stand nach Turnierende für Pota nach Vor- und Platzierungsrunden mit 5:1 Siegen die stärkste Bilanz zu Buche. Matelova kam auf 5:2 Erfolge,  während Liu mit einer 2:4-Ausbeute etwas hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb. De Nutte avancierte mit neun Einsätzen zur fleißigsten Bundesliga-Akteurin bei der EM und zog sich mit 3:6 Siegen einigermaßen zufriedenstellend aus der Affäre.


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