Han Ying ab 2020 bei Weltmeisterschaften startberechtigt

Zwei Tage nach der Annahme einer neuen Satzung durch die Vollversammlung der ITTF hat heute das Board of Directors (BoD) weitere wichtige sportpolitische Entscheidungen getroffen. Das 48-köpfige Gremium, bestehend aus dem Präsidium der ITTF sowie Vertretern der Kontinentalverbände, darunter auch ETTU- und DTTB-Vizepräsidentin Heike Ahlert, beschloss eine Verkleinerung der Weltmeisterschaften ab dem Jahr 2021. Außerdem wurde die Startberechtigung nach einem Nationalverbandswechsel auf eine Sperrfrist von neun Jahren angepasst.

Olympische Spiele 2016: Han Ying, Deutschland | Damen Tischtennis-Bundesliga

Wie bei Olympischen Spielen darf Han Ying ab 2020 für Deutschland bei Weltmeisterschaften und dem World-Cup antreten (Archivfoto: ITTF | fb.com/ittfworld)

Sperrfrist beträgt neun Jahre

Für den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) bedeutet die Neufassung der ‚Eligibility‘, die mit nur drei Enthaltungen angenommen wurde, dass ab dem Jahr 2020 die Deutsche Meisterin Han Ying und zwei Jahre später auch Shan Xiaona bei Weltmeisterschaften startberechtigt wären. Die in China gebürtigen Nationalspielerinnen aus Düsseldorf und Berlin sind bereits seit August 2010 bzw. September 2012 deutsche Staatsbürgerinnen und leben seit 2002 bzw. 2005 in ihrer neuen Heimat. Aufgrund der Bestimmungen von ETTU und IOC dürfen sie bereits seit Jahren an Europameisterschaften und Olympischen Spielen teilnehmen.

Beim Weltverband ITTF jedoch waren bis zur heutigen Entscheidung des BoD alle Spieler, die nach dem 21. Lebensjahr den Nationalverband wechseln, grundsätzlich nicht bei Weltmeisterschaften und World Cups für ihr neues Land startberechtigt. Die Neufassung ersetzt die bisherige Bestimmung durch eine neunjährige Sperrfrist ab dem Datum der Registrierung eines Spielers durch seinen neuen Verband bei der ITTF bzw., soweit dieses früher erfolgt ist, ab dem Datum des Eintritts der neuen Staatsbürgerschaft.

WM-Verkleinerung mit großer Mehrheit beschlossen

Ebenfalls mit deutlicher Mehrheit wurde der Antrag des ITTF-Präsidiums auf eine Verkleinerung der Weltmeisterschaften angenommen. Bunte Treffen mit Nationalmannschaften aller Mitgliedsverbände gehören künftig damit endgültig der Vergangenheit an. Bei Individual-Weltmeisterschaften werden ab 2021 je 128 Spieler im Damen- und Herren-Einzel, je 64 Doppel sowie 128 Mixed an den Start gehen. Endrunden der Team-Weltmeisterschaften werden ab 2022 mit je 32 Damen- und Herren-Mannschaften ausgetragen. Derzeit spielen in Halmstad je 72 Mannschaften um die WM-Titel. Den Weltmeisterschaften vorgeschaltet werden Welt-Qualifikationen sein, deren Bestimmungen noch ausgearbeitet werden. ITTF-Präsident Thomas Weikert, der die Reduzierung forciert hatte, freute sich über die breite Zustimmung im BoD: „Es war mir wichtig, dass die Reduzierung von einer deutlichen Mehrheit getragen und beschlossen wurde.“

DTTB-Präsident Michael Geiger begrüßt die Annahme der beiden Anträge: „Wir freuen uns über die Neuregelung der Startberechtigung, weil die Anpassung der bislang restriktiveren ITTF-Regelungen grundsätzlich sinnvoll ist. Dass wir davon profitieren, ist ein angenehmer Nebeneffekt.“ Geiger weiter: „Die Reduzierung der Team-WM halten wir für eine sportlich sinnvolle Regelung. WM-Turniere werden künftig kompakter, kürzer, günstiger und medientauglicher sein. Da nehmen wir es im Sinne der Sache auch in Kauf, dass es durch die Verkleinerung künftig wohl auch mehr Mitbewerber um die Austragung von Weltmeisterschaften geben wird.“

Vorschaufoto: Han Ying © Foto: ITTF | fb.com/ittfworld

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