BL: TV Busenbach klettert auf den sechsten Tabellenplatz

Dem TuS Bad Driburg hat in der Rückrunde erst einmal eine kerngesunde Mannschaft zur Verfügung gestanden. Beim TV Busenbach traten die Kurstädterinnen gleich mit zweifachem Ersatz an, sodass die Talfahrt im Ranking auf Position sieben fortgesetzt wurde. Die Baden-Württembergerinnen nutzten die Gunst der Stunde zu einem Kantersieg. Für das Highlight sorgte Jessica Göbel mit einem kampfbetonten Spiel gegen Sarah DeNutte. Schlusslicht LTTV Leutzscher Füchse zog gegen die SV Böblingen achtbar aus der Affäre. Bei der Sportvereinigung gab Qianhong Gotsch wieder einmal eine einzigartige Kostprobe ihres Könnens.

TV Busenbach – TuS Bad Driburg 6:0

Gäste treten stark ersatzgeschwächt an

Jessica Göbel, TV Busenbach | Damen Tischtennis-Bundesliga

Jessica Göbel und der TV Busenbach feiern einen 6:0-Kantersieg (Foto: Holger Straede)

Die personelle Misere löste sich beim TuS Bad Driburg bis zur Begegnung beim TV Busenbach nicht in Wohlgefallen auf. Die Kurstädterinnen traten mit zwei Ersatzspielerinnen für die Nummer eins Nina Mittelham und Shi Qi an, sodass die Mannschaft schon von Beginn an auf verlorenem Posten stand. Als dann auch noch Jennie Wolf/Leonie Hartbrich ein 5:11, 2:11 gegen Sarah DeNutte/Katharina Michajlova ausbügelten, und im fünften Satz mit 7:4 führten, war die Moral der Gäste ziemlich im Keller. Beim 7:6 nahm das TVB-Duo sicherheitshalber eine Auszeit, die sich zum 11:8 auszahlte. „Die Beiden hatten vorher schon ihre Marschroute erhalten. Außerdem wollte ich nur ein Einzel spielen. Das beherzigten die Beiden“, freute sich TVB-Spitzenspielerin Tanja Krämer, die mit Jessica Göbel glatt 3:0 siegte.

DeNutte konnte den glatten Durchmarsch der Gastgeberinnen nicht verhindern. In einem hochklassigen Spiel gegen Göbel scheiterte die luxemburgische Nationalspielerin schließlich im fünften Durchgang mit 6:11. Der Anschluss war zum 2:9 schnell abhandengekommen. „Jessica agierte sehr gut, hatte sich eine Taktik zurechtgelegt, die sie souverän durchzog. Sie lenkte die Bälle im Aufschlag-Rückschlag-Bereich so wie sie sie haben wollte, und war damit erfolgreich“, kommentierte TVB-Spitzenspielerin Krämer. Krämer besaß gegen Michajlova, die ins obere Paarkreuz aufrücken musste, hauptsächlich im ersten Durchgang Mühe. Nach dem 14:12 war der Weg zum 3:1 frei. „Katharina spielt unangenehm für mich. Einen fünften Satz hätte ich nicht unbedingt spielen wollen. Ich musste die ganze Zeit aufpassen und konzentriert bleiben, obwohl ich sicher die Favoritin war“, sagte Krämer.

An den Positionen drei und vier waren Alexandra Eirich und Sina Pape ebenso chancenlos wie im gemeinsamen Doppel. Für Wolf und Hartbrich waren die Erfolge nur reine Formsache. „Es ist natürlich schade, wenn einem Verein kein adäquater Ersatz zur Verfügung steht. Für uns war diese Variante, anstatt kampflos abgegebener Spiele, in Ordnung“, ergänzte Krämer. 

LTTV Leutzscher Füchse 1990 – SV Böblingen 3:6

Qianhong Gotsch bleibt für die Gastgeberinnen unerreichbar

Rosalia Stähr, SV Böblingen | Damen Tischtennis-Bundesliga

Rosalia Stähr sichert ihrem Team zwei Punkte im Einzel (Foto: Holger Straede)

Das Spiel zwischen dem LTTV Leutzscher Füchse 1990 und der SV Böblingen wurde im hinteren Paarkreuz durch Julia Kaim und Rosalia Stähr zu Gunsten der Gäste entschieden. Kaim hielt Huong Do Thi im entscheidenden vierten Satz nach einer 6:1-Führung, einem 8:8-Zwischenstand, letztendlich noch mit 11:8 auf Distanz. Abwehrspielerin Stähr bewahrte nach einem spannenden dritten Durchgang, der mit 12:10 Anna-Marie Helbig ging, die Übersicht zur 4:2-Führung. Und die Nummer drei der Sportvereinigung markierte mit einem 11:6, 7:11, 13:11, 13:11 den Siegpunkt gegen Do Thi. „Das war in der Schlussphase schon ärgerlich. Huong machte alles richtig, aber Rosalia fischte den Ball mit einer Reflexreaktion und brachte ihn zurück auf den Tisch. Den Entscheidungssatz hätte ich gern gesehen. Anna-Marie gab den ersten Abschnitt durch zwei tödliche Netzbälle ihrer Gegnerin ab. Der Rückrunden-Tausch bei den Gästen mit Theresa Kraft und Rosalia Stähr war für uns wie erwartet nicht von Vorteil. Der SVB-Sieg war verdient. Bei uns agierten alle vier Spielerinnen gut, keine fiel in der Leistung ab“, resümierte LTTV-Trainer Kai Wienholz zufrieden.

Einmal mehr unterstrich SVB-Spitzenspielerin Qianhong Gotsch ihre Klasse und Weitsicht. Marina Shavyrina scheiterte in den ersten beiden Durchgängen klar, durfte im dritten Abschnitt beim 9:8 kurz Hoffnung schöpfen. Im nächsten Augenblick hatte die Defensivspezialistin zum 11:9 in unnachahmlicher Manier die Nase vorn. Kathrin Mühlbach musste erkennen, dass Gotsch über andere Mittel als Ding Yaping (TTG Bingen/Münster-Sarmsheim) verfügt und blieb beim 0:3 weit von einem Satzgewinn entfernt. Besser lief es für die Nummer eins der Leipzigerinnen zumindest im Doppel mit Shavyrina beim 3:1 gegen Kraft/Kaim und beim 11:8, 10:12, 11:2, 11:9 gegen Kraft im Einzel. „Hongi befindet sich in den Ergebnissen jenseits von Gut und Böse. Sie spielt mit einer so hohen Konstanz. Ich hoffe, sie bleibt der Liga noch lange erhalten. Hongi ist absolut sympathisch und sehr bodenständig“, erklärte Wienholz.   

Shavyrina, nach dem 2:5 mit dem Rücken zur Wand, startete mit einem 11:9 vielversprechend. Kraft legte jedoch einen Zahn zu, erarbeitete sich mit einem 11:3, 11:9 einen Vorsprung. Die Russin, die zuletzt gegen die tschechische Meisterin Hana Matelova (TTG Bingen/Münster-Sarmsheim) Selbstvertrauen getankt hatte, wusste zu kontern. Mit einem 11:9, 11:9 wendete die Nummer zwei das Blatt. „Wir sind froh, dass Marina und auch Kathrin gegen Theresa gewannen, die sich mit einer super starken Vorstellung bei uns präsentierte“, so Wienholz.

„Bis auf die Doppel, die beim 1:1 für jede Seite ohne nennenswerte Probleme verliefen, und die Einzel von Hongi, war alle Partien mega knapp. Ich wusste, dass Hongi noch über andere Qualitäten verfügt und andere Argumente im Kopf hat. Trotzdem verkauften sich die Leipzigerinnen teuer. Theresa befand sich ein wenig im Pech, denn nach einem 4:9 im fünften Satz gegen Shavyrina und einer Aufholjagd zum 9:10, touchierte der Ball die Netzkante. Theresa brachte ihn zwar zurück, aber mit dem Endschlag schloss die Russin das Match ab. Ansonsten kämpften alle Spielerinnen verbildlich. Für uns ist der fünfte Sieg in Folge phänomenal, eine gute Ausgangsposition für das Spiel beim ttc berlin eastside“, berichtete SVB-Trainer Andrzej Kaim.  

© Martina Emmert