BL: TTV Hövelhof mit klarem Auswärtssieg

Knapp 100 Zuschauer haben sich beim LTTV Leutzscher Füchse 1990 eingefunden, um sich von Spitzenspielerin Kathrin Mühlbach zu verabschieden. Beim vorerst letzten Auftritt der Messestädterinnen in der 1. Liga in heimsicher Halle war die Stimmung gut, aber der Ehrenpunkt wollte gegen den TTV Hövelhof nicht gelingen.

Yvonne Kaiser, TTV Hövelhof | Damen Tischtennis-Bundesliga

Yvonne Kaiser gibt sich mit dem TTV Hövelhof beim Schlusslicht LTTV Leutzscher Füchse 1990 erwartungsgemäß keine Blöße. (Foto: Holger Straede)

LTTV Leutzscher Füchse 1990 – TTV Hövelhof 0:6

Gastgeberinnen bleiben chancenlos

Der TTV Hövelhof nahm beim Schlusslicht LTTV Leutzscher Füchse 1990 zum 4:0 das Zepter gleich fest in die Hand. Im letzten Heimspiel in der 1. Bundesliga fanden Kathrin Mühlbach und Marina Shavyrina auf die Schnelle keine Geheimwaffe mehr gegen defensiv orientierte Konkurrentinnen wie Svetlana Ganina und Wan Aimei. Das LTTV-Spitzenduo musste sich sowohl im Doppel als auch in der ersten Einzelrunde geschlagen geben. Ganz erfreulich war der Satzgewinn von Anna-Marie Helbig an der Seite von Regionalligaspielerin Andrea Püschel beim 6:11, 8:11, 11:6, 9:11 gegen Yvonne Kaiser/Yuko Imamura. Im vierten Abschnitt war beim 9:9 die Möglichkeit zum Ausgleich noch vorhanden.

Durch diesen hohen Rückstand geriet Helbig gegen Imamura erheblich unter Zugzwang. Ein Sieg der Ersatzspielerin Püschel gegen das gewöhnungsbedürftige Spiel von Kaiser wurde bereits im Vorfeld als eher unwahrscheinlich eingestuft. Kaiser agierte schließlich kompromisslos und gab keinen Satz verloren. Helbig bot schöne Ballwechsel an und startete nach 8:11, 11:8, 7:11, 3:7 zum 7:8 noch einmal eine Aufholjagd. Diese hatte eine Auszeit bei Imamura zur Folge, die zum 11:7 mit voller Konzentration den Siegpunkt markierte. Mit 13:17 Punkten festigte der TTV den fünften Tabellenplatz.

Der Oberschiedsrichter Paul Helbig besaß keine Mühe die Partie zu leiten, die Moderation wurde von Jugendwart Chris Klatt perfekt gemanagt. „Paul ist der Bruder von Anna. Da er nicht für unseren Verein spielt, ergab sich kein Problem. Und Chris ist ihr Freund, der nach dem Spiel über einen Flipchart diverse Stationen aus der fünfjährigen Ligazugehörigkeit zeigte. Das war genauso gelungen, wie die Atmosphäre, die unsere Fans in die Halle zauberten. Kathrin wurde mit Blumen und einer Kollage mit vielen Bildern aus der zurückliegenden Zeit verabschiedet. Alle waren traurig, aber wir hoffen, dass es irgendwann mal ein Wiedersehen gibt. Und wir werden als krönen Abschluss auch noch gemeinsam eine Wochenendfahrt absolvieren. Der Einsatz von Andrea war ein Dankeschön, auch für ihre professionelle Art. Sie machte ihre Sache gut, vor allem im Doppel. Wir hätten natürlich gern ein, zwei Punkte gehabt, Kathrin und Marina gewannen den ersten Satz im Doppel und waren stets dran. Doch letztendlich ging unsere Niederlage auch in der Höhe in Ordnung“, resümierte LTTV-Trainer Kai Wienholz.   

„Unsere Welt ist in Ordnung, wir gaben nur drei Sätze ab, und erfüllten unsere Pflicht. Eine Fahrstrecke dauerte länger als das Spiel, ein glänzender Auftritt von der Mannschaft. Meine Spielerinnen überraschten mich auch noch mit einem toll gestalteten Bild, weil ich bei unserer letzten Partie in Böblingen nicht dabei sein kann. Darüber habe ich mich wirklich riesig gefreut“, sagte TTV-Manager Klaus-Dieter Borgmeier.

© Martina Emmert