BL: Kathrin Mühlbach sagt zu den Leipziger Fans tschüss

Die Mannschaft des LTTV Leutzscher Füchse 1990 verabschiedet sich nach fünf Jahren im Oberhaus aus der 1. Bundesliga und nimmt als Schlusslicht den Abstieg in die 2. Liga wahr. Kathrin Mühlbach aus Dippoldiswalde stärkte dem Team als regionale Spitzenkraft stets den Rücken, doch jetzt naht ein Wechsel. Bei der SV Böblingen will sich Julia Kaim mit einem Sieg gegen den TUSEM Essen nachträglich selbst zum 19. Geburtstag beschenken.

Samstag, 18:30 Uhr: LTTV Leutzscher Füchse 1990 – TTV Hövelhof

Bei den Gastgeberinnen überwiegt die Zuversicht

LTTV Leutzscher Füchse 1990 | Damen Tischtennis-Bundesliga

Die Leutzscher Füchse verabschieden sich vom heimischen Publikum aus der Bundesliga (Foto: Verein)

Während sich der TTV Hövelhof vorerst komplett aus dem Spitzensport zurückzieht, herrscht beim LTTV Leutzscher Füchse 1990 alles andere als traurige Stimmung im letzten Heimspiel der Saison 2016/17. Natürlich schwingt nach einer fünfjährigen Erstligazugehörigkeit auch Wehmut im Fuchsbau mit, wenn dieses Kapitel in der Vereinsgeschichte erst einmal geschlossen wird. Doch alle Beteiligten blicken auch voller Optimismus in die Zukunft. Die Nummer eins Kathrin Mühlbach hat sich für einen Wechsel entschieden und wird gebührend verabschiedet. Ein Grund, dass auch noch einmal zahlreiche Zuschauer vorbeischauen sollten. Über den zukünftigen Verein kursieren nur Spekulationen, noch gibt es keine offizielle Erklärung. Mit Svetlana Ganina und Wang Aimei bringt der TTV im oberen Paarkreuz gleich zwei Abwehrspielerinnen mit. Ein hartes Brot für Mühlbach und Marina Shavyrina. „Da gibt es für die Zwei einiges zu tun, aber wir werden sicher tolle Ballwechsel erleben. Und das Hinspiel war insgesamt nicht schlecht, auch wenn uns der Gegner nicht so super liegt. Wir werden auf jeden Fall ohne Huong Do Thi antreten, gehen aber davon aus, auch hinten ordentlich Paroli bieten zu können“, kalkuliert LTTV Trainer Kai Wienholz mit dem einen oder anderen Erfolg.

Ob Anna-Marie Helbig an Position drei antritt, ist ebenfalls noch nicht klar. Für die 25-Jährige bedeutet ein Abschied und jede Veränderung auch eine neue Chance. „Nach fünf Jahren brauchen wir Spielerinnen, aber auch die Fans das einfach. Die werden dann hoffentlich wieder enge Spiele, spannende Partien und große Emotionen sehen“, sagt Helbig, die dem Klub die Treue hält, aber auch mehr Zeit für beruflich neue Herausforderungen sowie im privaten Bereich benötigt. „Wie oft ich zum Schläger greifen werde, ist offen. Aber das Team wird es gut abfedern können. Ich werde versuchen da zu sein, wenn ich gebraucht werde“, blickt Helbig nach vorn, die gegen Hövelhof noch gar nicht spielte. Gegen Yuko Imamura und Yvonne Kaiser sieht Helbig Vorteile bei den Gästen, aber wenn alles passe, seien auch zwei Punkte möglich. „Oben wird es natürlich schwer, aber Kathrin sollte nie unterschätzt werden, besonders nicht zu ihrem Abschiedsspiel vor heimischem Publikum“, ergänzt Helbig.

Im Hinspiel fehlte Defensivakteurin Ganina, sodass die Gäste vorne diesmal noch einen Tuck stärker aufgestellt sein sollten. „Wir gehen trotzdem nicht von einem Selbstläufer aus, denn der Gegner zeigte in der Vorrunde eine gute Leistung. In der Spitze weist der LTTV aktuell ähnlich ausgeglichene Bilanzen auf wie wir. Im hinteren Paarkreuz sind wir deutlich besser besetzt, und bei uns stimmt die Moral. Wenn wir gewinnen, haben wir unser 1. Saisonziel mit Tabellenplatz sechs erreicht. Wir liebäugeln allerdings mit Rang fünf“, erklärt TTV-Manager Klaus-Dieter Borgmeier.

Für die 21-jährige Ligadebütantin Imamura neigt sich die Saison dem Ende entgegen, und auch bei ihr stehen gravierende Veränderungen an. „Das Jahr war auf jeden Fall eine gute Erfahrung. Die Dinge laufen halt schon ein bisschen anders als in der 2. Liga. Ich habe mich für ein Auslandssemester beworben und weiß noch nicht genau, wann oder wohin ich gehe. Aber ich wäre vermutlich von September 2017 bis März 2018 nicht da. Weil das alles noch ungewiss ist, würde es wenig Sinn machen, mich in der 1. oder 2. Liga melden zu lassen. Deshalb werde ich mich einer Herrenmannschaft in der Nähe von Köln anschließen und dann sehen, wie viele Spiele ich mitmachen kann“, gibt die Bundesendranglisten-Gewinnerin von 2015 in Chemnitz Auskunft.

Sonntag, 10:30 Uhr: SV Böblingen – TUSEM Essen

SVB hat sechs Ostereier im Visier

Theresa Kraft, SV Böblingen | Damen Tischtennis-Bundesliga

Auf Theresa Kraft von der SV Böblingen wartet ein interessantes Spiel (Foto: Holger Straede)

Am Ostersonntag begrüßt die SV Böblingen den TUSEM Essen. Nach dem Essener Sieg in der Hinrunde scheinen die Chancen für eine Revanche aussichtsreich zu sein, denn die Gäste spielen nach wie vor ohne die Nummer eins Barbora Balazova und auch Aya Umemura steht nicht zur Verfügung. „Wir wollen alle Zutaten liefern, dass wir sogar noch vom dritten Tabellenplatz träumen dürfen. Das haben wir zwar nicht allein in der Hand, aber ein Erfolg gegen Essen wäre Grundvoraussetzung. Vielleicht stellt diese Möglichkeit, neben unserer Erfolgsserie in der Rückrunde, auch einen Anreiz für unsere Zuschauer dar. Ein 2:0 in den Doppeln wäre natürlich perfekt, denn Qianhong Gotsch zieht mit ihrem Elan die ganze Mannschaft nach oben. Die Leistung von Theresa Kraft an Position zwei geht hundertprozentig in Ordnung. Es hängt viel vom gegnerischen Spielsystem ab. Da kann eine Konkurrentin besser sein, aber wenn das System passt, kann Theresa überraschen. Meine Tochter Julia gewann bei der Deutschen Meisterschaft auch gegen Nadine Bollmeier. Die Umstellung, dass mit Rosalia Stähr eine Abwehrspielerin im hinteren Paarkreuz antritt, wirkte sich vielleicht für uns von Vorteil aus. Es waren jedoch keine einfachen Spiele“, berichtet Trainer Andrzej Kaim.

Die Essenerinnen sind nach Aussagen von Teammanager Klaus Ohm keine Naschkasten, also gehören Ostereier wohl eher weniger zur Wegzehrung. Doch auch wenn mit Ersatz gespielt wird, im optimalen Fall soll ein Unentschieden nicht ausgeschlossen werden. „Wir gehen locker an unser letztes Auswärtsmatch in der 1. Liga ran. Die SVB ist gut in Form und verfügt über einen Lauf. Uns gebührt sicher die Außenseiterrolle, aber wir wollen nach einem 5:5 greifen. Doch dafür müssen wir die Doppel zum 1:1 treffen, und Nadine Bollmeier muss sich gegen Kraft behaupten. Su Yan spielte noch nie gegen Hongi. Darin liegt ein Überraschungsmoment“, will Ohm nicht komplett schwarz malen.