Petrissa Solja gewinnt Europe Top 16

Nach zwei verlorenen Endspielen 2015 und 2017 krönt sich Petrissa Solja mit ihrem ersten Titel beim Europe Top 16 Turnier selbst. Im Finale drehte die Langstädterin einen 0:3 Rückstand gegen die Rumänin Bernadette Szocs noch in einen 4:3 Sieg. Im Halbfinale hatte Solja bereits die Topfavoritin Sofia Polcanova ausgeschaltet. 

Als strahlende Siegerin steht Petrissa Solja in der Mitte beim Siegerfoto (Foto: ITTF | fb.com/ittfworld)

Erster Titel für überglückliche Petrisse Solja

Als erste Deutsche hatte Petrissa Solja am Sonntag Gold gewonnen. Mit einer grandiosen Aufholjagd hat sich die Langstädterin nach einem 0:3-Fehlstart mit 9:11, 9:11, 6:11, 12:10, 11:8, 11:8 und 11:4 gegen die Titelverteidigerin Bernadette Szocs aus Rumänien den Titel gesichert. Nach zweiten Plätzen 2015 und 2017 erfüllte sich Solja ihren Traum von ihrem ersten Europe-Top-16-Sieg eindrucksvoll. Die 24-jährige WM-Bronzemedaillengewinnerin im Mixed benötige gegen die Weltranglisten-18. Szocs allerdings mehr als dreieinhalb Sätze, um zu ihrer gewohnten Sicherheit zu finden. „Ich bin so glücklich, dass ich das Match noch herumreißen konnte. Ich habe am Anfang wohl zu viel gewollt in dem Match. Nachdem hat es 0:3 stand, habe ich dann etwas langsamer und variabler gespielt und besser in das Spiel gefunden. Der Gewinn des vierten Satzes war die Vorentscheidung. Da habe ich gespürt, dass sie nervöser wird und ich das Match noch drehen kann.“ 

Solja vergaß in der Spielanalyse nicht, auch an eine faire Geste ihrer Gegnerin zu erinnern: „In der Mitte des vierten Satzes hat sie die Schiedsrichter darauf hingewiesen, dass einer ihrer Aufschläge das Netz berührt hatte und wiederholt werden musste. Der Punkt war schon für sie gezählt worden. Wenn Bernadette das nicht korrigiert, wer weiß, vielleicht wäre das Match dann schon zu Ende gegangen.“ Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp durchlief am Spielfeldrand wie ihr Schützling ein Wechselbad der Gefühle: „Peti hat zu Beginn Probleme mit dem Aufschlag und hat oft zu schnell gespielt. Nach dem dritten Satz haben wir gesagt, sie soll es gelassener angehen und etwas langsamer und variabler spielen. Das hat dann funktioniert und am Ende hat sie das Spiel weitgehend kontrolliert. Eine tolle Leistung: Ich gratuliere ihr zu diesem Titel, den sie sich mit ihren Leistungen in Montreux verdient hat.“

Zuvor hatte Solja am Morgen wie bei den Hungarian Open Mitte Januar auch in Montreux die Weltranglisten-17. Polcanova bezwungen. Europas Nummer eins hatte gestern in einem umkämpften Viertelfinalmatch Debütantin Nina Mittelham (Berlin) ausgeschaltet. In einer hochklassigen Partie setzte sich die Deutsche mit 15:13, 4:11, 11:7, 3:11, 12:10 und 11:9 durch. Bereits am Samstag hatte die mit einer Erkältung angereiste Solja auf ganzer Linie überzeugt. Nach einem hart erkämpften 4:3-Sieg über Europameisterin Li Qian (Polen) warf die Weltranglisten-26. auch die sechs Positionen vor ihr notierte Rumänin Elizabeta Samara aus dem Turnier. 

Mittelham trotz guter Leistung ausgeschieden

Debütantin Nina Mittelham hatte beim mit 61.000 Euro dotierten Europe Top 16 in Montreux den Einzug in das Halbfinale knapp verpasst. Die 22-Jährige ärgerte sich nach nach einer beeindruckenden Aufholjagd über den hauchdünn verpassten Einzug in den Entscheidungssatz. 0:3 in Sätzen hatte die ehemalige Jugend-Europameisterin gegen die Weltranglisten-17. zurückgelegen, ehe sie nach zwei gewonnenen Durchgängen und einer 10:5-Führung die Partie gegen die Österreicherin zu kontrollieren schien. Mittelham ärgerte sich nach dem Match: „Wäre es noch in den siebten Satz gegangen, ich hätte sicherlich Vorteile gehabt. Zu Beginn des Spiels hatte ich viele Probleme mit ihrem Aufschlag. Aber ich habe diesmal eigene Chancen nicht ausreichend genutzt. Auch im fünften Satz hätte ich fast eine 10:6-Führung noch verspielt.“

Dennoch darf Mittelham mit ihrem Debüt durchaus zufrieden sein. Im Achtelfinale hatte sie die favorisierte Schwedin Matilida Ekholm besiegt. Bei ihrer glänzenden Vorstellung kontrollierte die junge Berlinerin weitgehend das Match gegen ihre Vereinskollegin und war anschließend mit ihrer Vorstellung zufrieden: „Es lief sehr gut heute, ich habe stark gespielt. Ich hatte mir allerdings auch Chancen ausgerechnet. Das letzte Duell hatte ich 2018 gewonnen und wir kennen uns aus dem Verein sehr gut.“ 

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