Zwei Mixed-Medaillen und eine fast perfekte Tagesbilanz

Es war ein nahezu perfekter Donnerstag für die Asse des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) bei den Europameisterschaften in Alicante. Am ersten kompletten Hauptrundentag zogen die Duos Patrick Franziska/Petrissa Solja und Ruwen Filus/Han Ying in das Halbfinale des künftig olympischen Mixed-Wettbewerbes ein und sichern dem DTTB in diesem Wettbewerb die erste Medaille seit 18 Jahren. Im Einzelwettbewerb erreichten zudem vier der fünf deutschen Starterinnen die Runde der besten 32. 

Deutsche Mixed wollen sich mit Bronze nicht begnügen

Im Mixed-Wettbewerb, der 2020 in Tokio seine olympische Premiere feiern wird, dürfen sich beide DTTB-Doppel nach starken Leistungen berechtigte Hoffnungen auf den Einzug in das EM-Endspiel machen. Doppel-Europameister Patrick Franziska (Saarbrücken) und WM-Mixed-Bronzemedaillengewinnerin Petrissa Solja (Langstadt) stellten ihre Klasse beim 3:0-Erfolg über die eingespielten Schweden Matthias Falck/Matilda Ekholm unter Beweis, die 2016 das Finale erreicht hatten. Franziska nach dem Match: „Wir harmonisieren sehr gut. Die Schweden zu schlagen, ist ein wirklich starkes Ergebnis. Jetzt wollen wir natürlich auch ins Endspiel einziehen.“ Gegner im Halbfinale um 13 Uhr sind die im Einzel topgesetzte Sofia Polcanova und der ehemalige Doppel-Europameister Stefan Fegerl. Franziska weiß um die Schwere der Partie. „Die beiden sind wie wir eine starke Links-Rechts-Kombination. Das wird ein sehr interessantes Match.“

Dass das Finale am Freitag um 21.15 Uhr ein deutsches werden könnte, diese Hoffnungen nährten am Donnerstag Ruwen Filus (Fulda) und die für Polens Meister Tarnobrzeg spielende Düsseldorferin Han Ying mit einem starken Viertelfinalauftritt gegen die Rumänen Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs. Nach dem 3:1 trifft das Abwehrduo nun allerdings auf die serbisch-litauische Kombination Aleksandar Karakasevic/Ruta Paskauskiene, die gemeinsam bereits vier Europameistertitel sammelten. Ruwen Filus: „Ein anderer Gegner wäre mir lieber gewesen, aber die EM ist kein Wunschkonzert. Wir werden uns bis zum Halbfinale schon eine gute Taktik einfallen lassen, da bin ich mir sicher. Ying und ich ergänzen uns sehr gut und wir spielen von Match zu Match besser.“

Die bislang letzte deutsche Medaillengewinnerin im Mixed ist Jie Schöpp. Im Jahr 2000 holte die heutige Damen-Bundestrainerin bei den Europameisterschaften in Bremen Bronze an der Seite des griechischen Abwehrrecken Ntaniel Tsiokas Bronze. Gold und Silber sind noch weiter zurück datiert: 1978 gewannen Wilfried Lieck und Wiebke Hendriksen bei der EM in Duisburg den Titel, ein zweiter Platz ging zuletzt 1962 in Berlin an das Duo Eberhard Schöler/Agnes Simon. 

EM 2018: Sabine Winter, Deutschland | Portal Damen Tischtennis-Bundesliga

Sabine Winter erreichte mit einem klaren 4:0 Sieg die Runde der besten 32 (Foto: ITTF | fb.com/ittfworld)

DTTB-Damen Quartett zeiht in die Runde der besten 32 ein

Im Damen-Einzel haben Sabine Winter (Kolbermoor) und Abwehrass Han Ying im schnelldurchlauf die zweite Runde erreicht. Winter verbuchte gegen Österreicherin Karoline Mischek einen ebenso klaren 4:0 Auftakterfolg wie Han gegen die Tschechin Karin Adamkova. Ein wenig mehr strecken mussten sich Petrissa Solja (Langstadt) und Nina Mittelham (Berlin) die ebenfalls die Runde der besten 32 erreichten. Solja lief gerade zu Beginn gegen die Bulgarin Nadezhda Bogdanova zweimal einem Satzrückstand hinterher, drehte diesen aber in einem 4:2 Sieg. Youngster Mittelham kassierte gegen die Serbin Sabina Surjan nach einem 2:0 nach Sätzen zwischenzeitlich den Satzausgleich. Wie Solja gewann Mittelham aber letztlich mit 4:2. 

Ausgeschiedene Kristin Lang hat noch Chancen im Doppel

Die deutsche Bilanz des Donnerstags ist eine nahezu makellose. Lediglich Kristin Lang (Kolbermoor) verpasste den Sprung in den Durchgang der besten 32. Die noch amtierende Doppel-Europameisterin ärgerte sich nach dem chancenreichen 2:4 gegen Rumäniens mehrfache Mannschafts- und Doppel-Europameisterin Daniela Monteiro Dodean über die Art und Weise der Niederlage. „Es war viel mehr drin. Aber wenn man pro Satz fünf, sechs eigene Fehler bei der Eröffnung macht, kann man solch ein Spiel nicht gewinnen. Meine Leistung war einfach für die erste Runde einer EM gegen eine solche Gegnerin nicht ausreichend“, übte Lang Selbstkritik.

Im Doppel an der Seite von Nina Mittelham steht Lang nach einem souveränen Erstrundenerfolg aber ebenso im Achtelfinale wie Sabine Winter mit Petrissa Solja. 

EM 2018: Kristin Lang, Deutschland | Portal Damen Tischtennis-Bundesliga

Lediglich Kristin Lang ist im Damen-Einzel in der ersten Runde ausgeschieden (Foto: ITTF | fb.com/ittfworld)

DIE SPIELE AM FREITAG (21. September)

Damen-Doppel
Achtelfinale

10.00 Uhr, Tisch 1: Kristin Lang/Nina Mittelham – Yu Fu/Shao Jieni POR
10.45 Uhr, Tisch 3: Petrissa Solja/Sabine Winter – Britt Eerland NED/Dana Cechova CZE

Mixed
Halbfinale

13.15 Uhr, Tisch 1: Patrick Franziska/Petrissa Solja – Stefan Fegerl/Sofia Polcanova AUT
13.15 Uhr, Tisch 2: Ruwen Filus/Han Ying – Aleksandar Karakasevic SRB/Ruta Paskauskiene LTU
Finale
21.15 Uhr

Damen-Einzel
2. Runde (beste 32)

14.00 Uhr, Tisch 3: Sabine Winter – Ganna Gaponova UKR
14.50 Uhr, Tisch 4: Nina Mittelham – Szandra Pergel HUN
15.40 Uhr, Tisch 2: Han Ying – Yana Noskova RUS
16.30 Uhr, Tisch 1: Petrissa Solja – Shao Jieni POR

DIE ERGEBNISSE DES DONNERSTAGS (20. September)

Damen-Einzel
1. Runde (beste 64)

Petrissa Solja – Nadezhda Bogdanova BLR 4:2 (-8,4,-9,4,3,9)
Han Ying – Karin Adamkova CZE 4:0 (6,4,7,4)
Nina Mittelham – Sabina Surjan SRB 4:2 (8,10,-7,-7,9,3)
Kristin Lang – Daniela Monteiro Dodean ROU 2:4 (-8,8,-12,9,-6,-8) 
Sabine Winter – Karoline Mischek AUT 4:0 (6,8,4,3)

Damen-Doppel
1. Runde (beste 32)
Petrissa Solja/Sabine Winter – Ruta Paskauskiene/Egle Stuckyte LTU 4:1 (5,4,7,-9,6)

Kristin Lang/Nina Mittelham – Mateja Jeger/Dorina Srebrnjak CRO 4:0 (4,2,8,8) 

Mixed
Achtelfinale 

Patrick Franziska/Petrissa Solja – Diogo Chen/Shao Jieni POR 3:0 (8,4,6)
Ruwen Filus/Han Ying – Truls Moregard/Christina Kallberg SWE 3:0 (4,5,6)
Viertelfinale
Franziska/Solja – Mattias Falck/Matilda Ekholm SWE 3:0 (6,9,11)

Filus/Han – Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs ROU 3:1 (4,9,-4,11)

© Deutscher Tischtennis-Bund (DTTB)